Dienstag, 23. August 2016

Kurzreview: SWISS ARMY MAN - Derb, makaber, wundervoll (Fantasy Furzfest, 2016)

"Where the Wild Things Are" meets "Botanicula" meets ganz ganz ganz viel Feenstauber aus der Wundertüte von Michel Gondry. Swiss Army Man verzaubert ab dem ersten Flatus aus dem fahlen, toten Arsch von Daniel Radcliffe. Bestes Gegen-den-Strich-Drehbuch seit "Being John Malkovich" und eine allerliebst detailverliebte (aber zugegeben stark fremdinspirierte) Umsetzung von zwei Newcomern, deren autistisch-geprägten Sinne, Herzen und Verstand sich mit dem Talent eines Spike Jonze verbunden haben. Eigentlich bin ich ohne Worte, aber eigentlich sprudelt man nach diesem Film nur so vor Eindrücken und Empfindungen. Dass solche Filme heutzutage (noch) finanziert und produziert werden grenzt an ein Wunder. Das Film(furz)wunder 2016! [TRAILER]

Um zu betonen wie wunder-wunder-wundervoll diese kleine Filmperle ist: Wo sonst bekommt man den Sinn des Lebens mit Hilfe von Jurassic Park erklärt - SINGEND!?! (Siehe Clip unten) Und das ist nur eine von vielen kleinen, unbeschreiblichen Szenen mit Radcliffe und Dano aus dem sich "Swiss Army Man" speist! [PROMOCLIP]


Montag, 2. Mai 2016

Kurzreview: Civil War, Marvel as usual (2016)

Meine Erkenntnis nach "Captain America: Civil War": Ich kann über den Film nichts schreiben, was nicht bereits auf das Dutzend Marvelfilme davor zutraf. Ein Winter Soldier 1.5 meets Avengers 2.5 inkl. Spider-Man und Black Panter Topping. Ein paar frische Farbschichten auf einer zu oft übermalten Leinwand. Ich sage was ich bereits bei Age of Ultron sagte: Das MCU braucht keine weiteren Phasen, die bloß Namen auf Namen stapeln, Spektakel durch Spektakel ersetzen und ein Plotbingo veranstaltet, sondern strukturelle Reformen. Die Marvelkinoformel funktioniert seit 10 Jahren unverändert und sorgte für mehr oder weniger beachtliche Unterhaltungsfilme. Doch die Luft wird immer dünner. Die innere Heldenzerissenheit ist das Weltretter-Stereotyp von heute, was Civil War zur Perfektion führt. Das ist Kritik an einem funktionierendem System auf hohem Niveau, schließlich beweist DC, wie ein fehlerhaftes System zu echtem filmischen Kollateralschaden führen kann. Für mich persönlich bleibt aber gerade nach Civil War die Erkenntnis, dass man modernen, komplexen (Comic) Vorlagen im Kino kaum mehr gerecht werden kann. Nicht seit dem uns gezeigt wurde, zu was eine Serie wie "Jessica Jones" im Stande ist. (7/10)


Samstag, 12. März 2016

#ProjectMomentum: UFA, Ku'damm 56 & die Krux mit dem Tagesjob

Ich fasse mich kurz. Seit zwei Wochen muss ich #ProjectMomentum pausieren, weil meine Tätigkeit für die UFA Fiction aktuell alle meine Ressourcen aufbraucht. Wie ich Gregor bereits geschrieben habe, ist ab Ende nächster Woche wieder Besserung in Sicht.

Apropos #ProjectMomentum: Ich lese bekanntlich im Zuge des Projekts die "Weissensee"-Drehbücher von Annette Hess. Wie es der Zufal so will, durfte ich die Autorin Anfang dieser Woche kurz kennen lernen. Ich kam nicht dazu mit ihr über Weissensee zu reden, dafür über #Kudamm56, ihr aktuelles Projekt, was sie zusammen mit uns (der UFA) umsetzte. Übrigens ab 20. März im TV zu sehe. Es lohnt sich!

Wie dem auch sei, nächste Woche bin ich wieder am Start und dann auch wieder mit 1/2/7/7 Infos. Wer sich für "Ku'damm 56" und meine Arbeit interessiert, in folgender Playlist gibt es die ersten von zahlreichen Videos, die mich die letzten Wochen auf Trab hielten (ein Projekt von vielen...)


Sonntag, 21. Februar 2016

#ProjectMomentum: Über Kausalität & Plausibilität in Drehbüchern (& Berlinale-Auszeiten)

Fünfte Woche #ProjectMomentum... (inkl. Berlinale-Auszeit)

Worum geht's? Hier nachlesen!

Was diese Woche geschah...
  • 1 Buch: Hatte mir kurz nach der Lektüre des Drehbuchs zur ersten Folge Weissensee auf Netflix die fertige Folge angeschaut. Was auffällt: Budget muss relativ überschaubar gewesen sein, weswegen die Buchtreue umso mehr auffällt. Buch 1x2 geht den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Verdichtet die Konflikte, vertieft die Figuren, alles mit einfachen aber sehr effektiven Stilmitteln. Apropos "Annette Hess" (die Autorin von Weissensee). Ende März strahlt das ZDF den von meinem Brötchengeber produzierten Dreiteiler "Kudamm 56" aus, der ebenfalls von der Autorin geschrieben wurde. Werde mir im Rahmen meiner Weissensee Lektüre auch diese Drehbücher zu Gemüte führen, so erhalte ich mir gleichzeitig einen gewissen roten Faden in der Wahl meiner Drehbücher. 
Logo #ProjectMomentum, (c) Lisa Steinbrück
  • 2 Filme: Grund meiner zweiwöchigen Pause: #Berlinale. Viele Filme (13 Stück), einige berufliche Verpflichtungen, aber keine einzige Party (worauf ich irgendwie stolz bin obwohl diverse Einladungen auf dem Tisch lagen). Filme schauen und jeden Abend Party/Empfänge wären auch ohne einen Tagesjob schwer zu vereinen, aber das diesjährige Filmangebot war so ergiebig, dass die Frage "lasse ich den Film sausen um feiern gehen zu können" gar nicht erst aufkam. Dazu widme ich bei Gelegenheit einen separaten Blogpost. An dieser Stelle soll nur interessieren: Ich legte meinen Fokus auf das Generationen Programm und sah diverse Filme mit Kindern und Jugendlichen als Protagonisten. Was auch auf mein Script zutrifft. Zufall? Wohl kaum. Meine Berlinale-Generationen Highlights: Girl Asleep (Wes Anderson meets Lewis Carroll in Australien), Little Men (Martin Scorcese meets John Hughes in Brooklyn), Rauf (Türkischer Bürgerkrieg durch Spielberg'sche Kinderaugen)
  • 7 Drehbuchseiten: Gregor hatte ausführlich meine neuesten Erweiterungen gefeedbackt und wies dabei auf einen großen blinden Fleck hin. Ich nenne es mal mein "Kausalitäts-/Plausibilitätsproblem". Das alles auslösende Ereignis meiner Geschichte fügt sich noch nicht wirklich in die Geschichte ein. Sorgt zwar für Konflikte und Motivation, aber fehlt an Glaubwürdigkeit. Generell gibt es noch zu viele unbeantwortete Fragen wie die Figuren zu diesem Ereignis stehen. In dieser Hinsicht habe ich der Berlinale einen kleinen - ich nenne es mal so - Durchbruch zu verdanken. Anstatt meiner Geschichte eine backstoryschwangere, tote Nebenfigur aufzudrücken, die zwar voller Schuld und Sehnsüchte ist, aber wenig zur eigentlichen Handlung beiträgt, verschiebe ich die Schuldfrage. Im Sinne von "für die Taten der Toten werden die Lebenden zur Verantwortung gezogen". Habe dazu auch einen Artikel gefunden, der das dramaturgische Potential aufzeigt.
  • 7 Stunden Story Development: Gregor hat auf Basis meines ersten Feedbacks eine komplette Überarbeitung begonnen, die sich "New Beginning"nennt. Das wird nun von mir gleich in Angriff genommen. Er hatte eine nette kleine Idee für eine bildliche Metapher um seine Figuren einzuführen. Don't tell, show! 
Fazit: Die Filmbatterien sind aufgeladen, weiter geht's!

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Hard but unfair, die andere (Blog)seite zum #ProjectMomentum aus der (englisch verfassten) Sicht von Gregor, meinem Partner in Crime. Alle Beiträge zu diesem Schreibprojekt werden bei ihm und bei mir unter dem Hashtag #ProjectMomentum gesammelt. Unsere bisherigen Drehbücher lassen sich hier nachlesen.

Mittwoch, 3. Februar 2016

#ProjectMomentum: Figureneinführungen, Meerjungfrauen & Kinoentzug

Dritte Woche #ProjectMomentum...

Worum geht's? Hier nachlesen!

Was diese Woche geschah...
  • 1 Buch: Mission "Weissenseekonnte noch nicht fortgesetzt werden. "The 21st Century Screenplay" von Linda Aronson hatte meine Aufmerksamkeit zu sehr beansprucht. Bin eher zufällig über einen Tipp von Huan "Die Farbe" Vu darauf gestoßen, hat mich dieses Buch jedoch sofort in seinen Bann gezogen. Huan sagte dazu "Anything you need to know about non-linear storytelling with flashbacks and time jumps is in her book. If Christopher Vogler is the Yin of screenwriting, then Linda Aronson is the Yang." Dem kann ich nur beipflichten, dabei hab ich erst ein Drittel des Buches durch. Ich stehe Fachliteratur über das Drehbuchschreiben mittlerweile kritischer gegenüber. McKee sehe ich eher als ein Ratgeber fürs Leben als fürs Drehbuchschreiben. Vogler hat seine Daseinsberechtigung, aber sollte 2016 bitte nur noch als historische Quelle genutzt werden. Dito Field. Gut zu kennen, aber bitte nicht blind nachahmen. Goldmann schätze ich sehr, keiner zieht so schön über Hollywood her und vermittelt einem dabei noch wertvolle Tipps aus dem Leben eines gepeinigten Drehbuchschreiberlings. Snyder ist überbewertet aber zugegeben, seine Katzenbibel liest sich wunderbar leicht. Kurzum, viele der sogenannten Gurus finden schöne, wahre und manchmal auch präzise Worte wie man Drehbücher schreiben KANN. Nur lenkt es eigentlich nur davon ab, dass man selbst etwas schreibt. Prokrastinationalarm und so.
Logo #ProjectMomentum, (c) Lisa Steinbrück
  • 2 Filme: Ich schaff es einfach nicht ins Kino. Shame on me. Anomalisa, Creed, The Danish Girl, Brooklyn, The Big Short. Pustekuchen. Ich hab im Zuge meiner Recherche zumindest Lilo & Stitch geschaut, ein Film über zwei Geschwister-Waisen im Clinch mit den eigenen Alltagsproblemen und hartnäckigen Jugendamt. Gutes Beispiel wie komplexe, soziale Probleme auf ein verständliches Maß runtergebrochen werden können, ohne dabei an Dramatik oder Glaubwürdigkeit zu verlieren. Das Setting angesiedelt in einem von Armut geprägten Hawaii verbunden mit toten Eltern, auf sich allein gestellte Kinder und Behörden, die Familien in zwei reissen, wäre für einen Disneyfilm bereits ohne eine außerirdische Killermaschine mit Faible für Elvis gewaltiger Tobak. Nicht umsonst einer der schändlich unterbewertetsten Disneyklassiker. 
  • 7 Drehbuchseiten: Ich sitze aktuell an zwei wichtigen Figureneinführungsszenen. Einmal von Sharon (meiner kindlichen Protagonistin) und einmal von Jule, einer Nebenfigur, die der moralische Kompass des Films werden dürfte. Beide Szenen müssen viele Informationen vermitteln. Wer sind sie? Wie sind die Beziehungen? Dazu wird der Hauptschauplatz, eine Berliner Platte, ein Mikrokosmos im Berliner Überkosmos, eingeführt. Gleichzeitig darf die Handlung nicht stoppen. Als die erste Szene des gesamten Films soll sie den Ton des Films definieren. Muss visuell genug Potential besitzen um die Zuschauer neugierig zu machen, aber auch nicht zu sehr von der eigentlichen Attraktion des Films - Sharon - ablenken, die hier ihren Sherlock Moment erlebt. Gregor wartet auf die Szenen, darum soll das fürs Erste reichen.  
  • 7 Stunden Story Development: Bei Gregor konnte ich nicht viel tun (oder Greg?), also schraubte ich an einer Kurzgeschichte aka Comic an der ich seit November sitze. Eine Zusammenarbeit mit der begnadeten Illustratorin Karoline Pietrowski. Ich würde es eine persönliche Interpretation von Andersens "Die kleine Meerjungfrau" nennen. Mit einer Prise The Shining, E. A. Poe und Heidi. Inspiriert von Del Toros Crimson Peak.
Fazit: Nicht die produktivste Woche. Ich werde darum die oben erwähnte, erste Drehbuchszene zum Anlass nehmen um direkt mit dem Drehbuch weiterzufahren. Ich tendiere ohnehin zu extremer Prokrastination. Das Lesen von Drehbüchern, über Drehbücher und das Verfassen von Outlines für Drehbücher ist nur eine andere Form mich von dem eigentlichen Drehbuchschreiben zu drücken. Gefahr erkannt. Nun geht es ans Bändigen!

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Hard but unfair, die andere (Blog)seite zum #ProjectMomentum aus der (englisch verfassten) Sicht von Gregor, meinem Partner in Crime. Alle Beiträge zu diesem Schreibprojekt werden bei ihm und bei mir unter dem Hashtag #ProjectMomentum gesammelt. Unsere bisherigen Drehbücher lassen sich hier nachlesen.

Dienstag, 26. Januar 2016

#ProjectMomentum: Aller Anfang ist Outline - Von Genesis bis Weissensee

Zweite Woche #ProjectMomentum...

Worum geht's? Hier nachlesen!

Was diese Woche geschah...
  • 1 Buch: Ich entschloss mich, die Drehbücher zu Weissensee von Annette Hess zu lesen, die mich nun die kommenden sechs Wochen begleiten werden. Jede Woche ein Script. Ich dachte mir, wenn ich es schon nicht schaffe, diese vielgerühmte Serie zu schauen (trotz Netflix), mache ich aus der Not zumindest eine Tugend und lese die Scripts. Zu finden gibt es alle Drehbücher der ersten Staffel auf der Podcastseite des Verbandes der Deutschen Drehbuchautoren. Die erste Folge weiß zu gefallen, nun verstehe ich auch, warum viele die Nähe zwischen Deutschland 83 zu Weissensee hervorheben. Es passiert noch nicht wirklich viel, die Figuren und Familienverhätlnisse werden etabliert und die ersten Brotkrumen für zukünftige Konflikte gestreut. Alles recht simpel, was aber nur (erneut) beweist, dass die Zeiten längst vorbei sind, als Piloten noch vollgestopfte Expositions-Ungetümer waren.  Es ist auch schön zu sehen, wie erfahrene Autoren wie Annette Hess arbeiten. Das Script ist eine sauber formatierte und klar formulierte Arbeit, ohne große Spielereien. Vielleicht etwas altmodisch, so fiel mir auf, dass Jump Cuts (um unnötige Zwischenszenen zu überbrücken) von Hess mit "Zeitsprung" eingeleitet werden. Finde ich persönlich irreführend, aber das ist wohl eine Stilfrage. Vielleicht wird das an deutschen Hochschulen so gelehrt? Lasse mich gerne eines besseren belehren. Übrigens sind deutsche, legal gehostete Drehbücher rar gesäht im Netz. Da werde ich nach Weissensee auf das Archiv meines Brötchengebers zurückgreifen müssen.
  • 2 Filme: Auf Arte+7 die BBC-Doku über Genesis von 2014 gesehen und geliebt. Hat in mir meine alte Genesis-Flamme wieder geschürt, insbesondere für die Progressive Phase mit Peter Gabriel. Hat #ProjectMomentum nicht wirklich was gebracht, außer die Erkenntnis, dass Londons Musikszene der frühen 70er Jahre als David Bowie, Genesis, Yes und Co. ihre Anfänge nahmen, ein faszinierendes Setting für eine Serie wäre. Empire meets Peaky Blinders mit einem kleinen Soapschuss Nashville. Würde mir gefallen, Cameron Crowe, bitte übernehmen Sie!
    Ansonsten begann ich mit der bei Amazon Prime "ausgestrahlten" Fantasyserie The Shannara Chronicles aka Twilight in Middle-Earth (oder doch eher Mad Max im Taka-Tuka-Land...) mit viel zu großen Game of Thrones Ambitionen. Von den Smallville-Machern. Macht Laune, nur bleibt es letztendlich "nur" B-Fantasyware à la Legend of the Seeker.
  • 7 Drehbuchseiten: Gut, es sind keine sieben Drehbuchseiten geworden, aber eine immer detaillierter werdende Outlineseite in Evernote, die von Gregor auch schon reichlich mit Feedback befeuet wird. Daraus wuchs eine kleine Diskussion darüber, wieviel Raum Nebenfiguren und Subplots für sich beanspruchen können. In Folge dessen werde ich diese Woche strukturell ähnlich gelagerte Filme, wie er mir selbst vorschwebt, sichten und genauer studieren. Allen voran Little Miss Sunshine und My Girl.
  • 7 Stunden Story Development: Gregors ausführliche Outline mit ersten Szenenbeschreibungen wurde von mir durchgearbeitet und gefeedbackt. An Ideen mangelt es Gregor wahrlich nicht. Man merkt, in ihm brennt ein Road Movie, das raus will. Er verfolgt einen etwas anderen, dokumentaren Ansatz. Er schreibt sich zunächst Szenen von der Seele, mehr oder weniger zusammenhangslos, bis am Ende ein ganzer Szenenberg vor ihm liegt. Erst danach beginnt er im "Chaos" nach einer Struktur zu suchen. Contact läßt grüßen ^^ Oder wie er selbst sagt "quasi wie im Dokumentarfilm wenn ich die Footage habe und dann entscheide was die Story ist."
Gregor und ich schreiben aktuell noch sehr vage über unsere Projekte. Das wird sich sicherlich demnächst ändern, sobald die Outlines konkretere Formen annehmen. Als erster Appetizer anbei meine aktuelle Pitchline, wie ich zur Zeit mein Projekt umschreiben würde:
Ein morbides Außenseitermärchen im Plattenbau mit einer kecken Jungdetektivin mit Sehnsucht nach einer richtigen Familie. Dafür scheint ihr keine Maßnahme zu extrem. "Stand by me" trifft auf "Lars and the real girl“ mit einer innigen Verbundenheit zu den „Drei Fragezeichen“.
Gregor befasste sich diese Woche auf seinem Blog im Übrigen mit einem Artikel, auf den ich zufällig gestoßen war. Die Leute bei den Disney Animation Studios hatten bei ihrem aktuellen Animationsfilm Zootopia während der Produktion kurz vor dem produktionstechnischen Point of no return (Ende 2014) mit Storyschwierigkeiten zu kämpfen, die dazu führten, dass sie sich dazu entschlossen, einen massiven Eingrff vorzunehmen. Jedoch einer von der Sorte, der sich doppelt und dreifach auszahlen sollte. Einen sehr ähnlichen Fall hatten wir bei unserem Skyscraper-Script. Etwas, was vielleicht ein typisches Schreiberling-Ding ist. Diesen Moment, wenn eine Geschichte und/oder Figuren plötzlich zum Leben erwachen und man einen Punkt erreicht an dem eine Geschichte wirkt, als hätte sie nie anders geschrieben werden können. Ein Moment, den wir mit Blut und Schweiss erkämpften. Und mit diversen verworfenen Storysseiten in herzzerreissender "Kill your Darlings" Manier. So ausgelutscht dieses Autorenklischee auch sein mag, kaum eines beschwingt festgefahrene Manuskripte so sehr wie dieses. Mehr dazu auf der anderen Seite.

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Hard but unfair, die andere (Blog)seite zum #ProjectMomentum aus der (englisch verfassten) Sicht von Gregor, meinem Partner in Crime. Alle Beiträge zu diesem Schreibprojekt werden bei ihm und bei mir unter dem Hashtag #ProjectMomentum gesammelt. Unsere bisherigen Drehbücher lassen sich hier nachlesen.

Samstag, 16. Januar 2016

#ProjectMomentum: (Gute) Drehbücher für Deutschland

Was bisher geschah:
Einst schrieben sie. Sie, das sind wir, Gregor und ich. Zwischen 2012 und 2014 sind zwei bemerkenswerte, von Kritikern gelobte Drehbücher entstanden. "Skyscraper" und "Saber Rider & the Star Sheriffs". Mit Schweiß und Blut verdientes Lehrgeld. Unbezahlbar weil wir soviel lernten. Unverfilmbar, weil wir schrieben, was wir wollten.

Dann kam 2015, das Jahr, an dem die Erde still stand. 120% Reallifejobs und der ganz alltägliche Wahnsinn führte zum kreativen Stillstand. Das soll sich wieder ändern. Mehr noch, zum ersten Mal wollen wir nicht mehr ausschließlich für uns schreiben, sondern für ein deutsches Publikum. Für deutsche Budgets. Mit deutschen Machbarkeiten. Trotzdem aber inhaltlich fernab deutscher Konventionen und Gewohnheiten. Komödie liegt uns nicht. Krimi wollen wir nicht. Alles andere wird sich zeigen.




Zwei Schreiberlinge, zwei Drehbücher, eine Mission. Das Ziel ist klar. Die Umsetzung... weniger. Da wir uns selbst sehr genau kennen, zwängen wir unser Tun in gewisse Strukturen und Vorgehensweisen. Erste Maßnahme: Scott Myers 1-2-7-14 Formel, die besagt:

Du sollst in der Woche...
1 (Dreh)Buch lesen
2 Filme schauen (1 zur Unterhaltung, 1 zur Analyse)
7 Drehbuchseiten schreiben (1 Seite pro Tag)
14* Stunden Ideen/Story/Figuren entwickeln abseits des Drehbuchs (Ideenfindung, Recherche, Plotting etc)

*Unser einziges Zugeständnis, wir machen aus der 14 eine 7 - wobei unser gegenseitiges Script doktorieren vermutlich allein die 7h in der Woche gut füllen wird - aber ansonsten soll das unsere wöchentliche Richtschnur werden.

Gleichzeitig holen wir unsere beiden Blogs aus der Versenkung und werden einmal die Woche über unseren Schreibprozess bloggen. Kompakt, fokussiert, ohne zuviel Zeit zu verlieren. Jeder für sich, jeder für den anderen. Geht weniger um den Inhalt der Projekte als um Form und Fortschritt. Als Stütze für uns. Sollte sich das Netz wider Erwarten dafür interessieren ob unser Schreibprozess funktioniert oder gnadenlos scheitert - es gibt wahrlich spannendere Blogs über das Drehbuchschreiben (zb. hier, hier oder hier) - ist hiermit die Möglichkeit gegeben.

Ergo
Schreiben, schreiben, schreiben und das gezielt und ohne Unterlass. Jeden Abend und jede Nacht ein Stückchen mehr. Bis - Achtung, Spinner voraus - im Sommer zwei solide Drehbücher vorliegen. Solide, weil aus Erfahrung unsere Scripts erst ab Fassung 3+ den eigenen Ansprüchen genügen. Von Klischee und Stereotypen befreit, mit glaubwürdigen Figuren und lebendigen Dialogen ausgestattet. Deswegen dürfte ab Sommer unsere eigentliche Arbeit erst beginnen. Doch alles der Reihe nach.

Es lebe #ProjectMomentum
Nun gilt es die ersten 30 Seiten von Gregors Script zu lesen und zu lektorieren, der Hund legte nämlich einen gewaltigen Frühstart hin. Worüber er schreibt und #ProjectMomentum aus seiner Sicht könnt ihr fortan hier erfahren. Gleichzeitig beginne ich heute mit der Ausformulierung einer ausführlichen Outline zu meinem Script (aka Restrukturierung meines Evernote Chaos).

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Hard but unfair, die andere (Blog)seite zum #ProjectMomentum aus der Sicht von Gregor, meinem Partner in Crime. Alle Beiträge zu diesem Schreibprojekt werden bei ihm und bei mir unter dem Hastag #ProjectMomentum gesammelt. Unsere bisherigen Drehbücher lassen sich hier nachlesen.

Sonntag, 10. Januar 2016

Kurzreview: THE REVENANT (Kino, 2016)


Eben "The Revenant - Der Rückkehrer" gesehen und für intensiv empfunden. Paar kurze Gedanken vor dem zu Bett gehen:

  • The Revenant ist der Terrence Malick Film, auf den ich seit 20 Jahren warte. 
  • Der Film hätte zum (zu) schlichten Survivalporno ausarten können - tut es an manchen Stellen vielleicht auch - rettet sich aber stets durch seinem Widerwillen, zu schablonenhaft zu werden, insbesondere in der Darstellung seiner Figuren. 
  • Selten wurde der Wilde Westen seinem Namen so gerecht. Weit weit fernab jeglicher John Ford und John Wayne Romantik. 
  • Ein Satz, den ich nie wieder sagen werde, aber hier zutrifft: The Revenant hätte ich gern in nativem 3D gesehen. Allein wegen den Landschaften und unendlichen Tiefen. Allein wegen Lubezkis (erneut) famosen Kameraarbeit. Allein für DiCaprios gefrorenen Atem, der mehr als nur einmal dem Zuschauer entgegen schwappt. 
  • Tom Hardy hatte bei Mad Max im Vergleich eine unglücklich eintönige Rolle. Zum Ausgleich bekam er hier die einzig nennenswerte. Bronson meets Bane im Redneck Outfit. 
  • Bei aller Ursprünglichkeit und dem Willen ohne künstliches Licht zu arbeiten, die immense Postproduktion beißt sich damit erheblich. 135 Mio. Dollar soll der Film gekostet haben. Und ja, man sieht es ihm an. 
  • Man vergisst relativ schnell, dass man DiCaprio beim Sterben zusieht und kauft ihm die Rolle auch gerne ab. Dennoch, irgendetwas an seinem Spiel erinnert mich frappierend an Ben Stillers Tropic Thunder. Die Nennung seines persönlichen Kochs im Abspann tat ihr übriges. 
  • Für Iñárritus Verhältnisse ein sehr geradliniger Film aber trotz der technischen und finanziellen Dimensionen der Produktion ein gewohnt intimer. 
  • Amores Perros und Biutiful bleiben meine Favoriten im Schaffen des Regisseurs, aber Iñárritu mausert sich langsam zum Shapeshifter à la Danny Boyle. Kein Genre, das er nicht beherrscht. Keine Herausforderung, der er nicht gewachsen ist. 
  • 8/10

PS: Die Reihe Filmstudenten hinter mir (gemutmaßt HFF) ließen an dem Film kein gutes Haar, aber die schienen ohnehin alle mehr Ahnung von der "Craft" zu haben Iñárritu und sein Team.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Kurzreview: SUPERGIRL, Wha-Pow! (Serie, 2015)



Die charmante Einfältigkeit von Lois & Clark, die Cheesyness von Smallville und über all dem der Glanz der frühen Richard Donner Superman Filme. Zugegeben, dieses Supergirl ist mit dem Holzhammer gezimmert, der große horizontale Bogen, der bereits im Piloten komplett vorweggenommen wird, möchte man am liebsten zurück in in die 90er werfen. Aber, bei Jor-Els gebleichten Arschhaaren, diese Dame hat Charisma, mit Calista Flockhart die perfekte Symbiose aus J.J. Jameson und Anna Vintour an ihrer Seite und trifft den Superfan direkt mitten ins güldene Emblem. Hatte allein in den ersten 15min mehr Gänsehaut als während allen DC-Kinofilmen der letzten Jahre zusammen. Wha-Pow!
(Nur das mit dem musikalischen Heldenthema müssen wir noch üben. Zumindest eine Anlehnung an das Goldsmith Thema aus 1984 wäre drin gelegen. Stattdessen gibts TV-Retortenbrei. Die Amis können seriell viel, aber für einen anständigen Score reicht selbst bei denen das Budget dann doch nicht...)

Sonntag, 6. September 2015

Sharknado 3 - Dank #Schlefaz ein Meta-Mett-Spektakel mit Biss


Trotz Netflix Serien wie Narcos, Brooklyn Nine-Nine und Puffin Rock kann jetzt bereits gesagt werden: Mein absolutes Wochenend-Highlight war (überraschenderweise) Sharknado 3. Nicht etwa aufgrund eines flatulenten Films oder seltendämlichen Schauspielern. Oh nein! Sondern wegen unseren beiden ‪#‎Schlefaz‬-Schlawinern Oliver Kalkofe und Peter Rütten. Ein füchterlicher Film ist eine Sache. Eine süffige Schimpftiradenmoderation eine andere. Aber wenn Olli und Päter einen simplen Cameoauftritt (toller PR-Stunt übrigens, TELE 5!) zum spitzbübischen TV-Event ausschlachten, daraus ein Meta-Mett-Spektakel mit Filmblut und Olli Schulz basteln und als Sahnebonbon uns am Ende noch eine einstündige Reportage gönnen, die die banale Bananafilmproduzentenbude The Asylum mal so richtig schön durch die Analluke zieht, dann weiß man, warum Tele 5 der einzige deutsche Fernsehsender ist, den man als kulturbegeisterte, nicht-greise Cineastenflitzpiepe ernst nehmen kann.

Hoch die Cocktailtassen, auf dass das schaurig-schöne Schlefaz-Finale Tele 5 feuchte Quotenträume bescheren möge!

---> Schlefaz und Reportage gibts die nächsten Tage natürlich auch online zu bestaunen!


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